Fahrradfahren im Unterricht
Freude am Sport in die Wiege legen
Schon als Kinder lernen wir Freude an Bewegung und gesunder Ernährung oder trainieren für Fernsehmarathons mit Chips und Cola. Deshalb gehen die Sportwissenschafter davon aus, dass es besonders wichtig ist, so früh wie möglich den Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und Gesundheit zu verstehen. Nur so kann man Risikofaktoren wie Übergewicht, Herz- und Kreislauferkrankungen oder psychischem Stress vorbeugen.
Barbara Wessner arbeitet am Institut für Sport- und Leistungsphysiologie am Zentrum für Sportwissenschaft und Universitätssport. Sie untersucht gemeinsam mit anderen Wissenschaftern, SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern das Bewegungsverhalten von Kindern und Jugendlichen im Gymnasium Maroltingergasse. Das Projekt läuft im Rahmen von „Sparkling Science“ – einem Programm des Wissenschaftsministeriums.
SchülerInnen assistieren
Neun SchülerInnen bilden dabei die so genannte „Wissenschaftsgruppe“. Sie unterstützen die Wissenschafter bei der Durchführung des Projektes. Dafür haben sie an verschiedenen Workshops teilgenommen und bei der Datenerhebung und –auswertung geholfen. Bei den Workshops ging es zum Beispiel darum, sportmotorische Testmethoden vorzustellen und zu erklären, warum und wie man etwas misst. Da lernten die SchülerInnen etwa, dass beim Medizinballweitwurf die Wurfweite ein Maß für die Kraft der oberen Extremitäten ist.
Weil die Wissenschafter herausfinden wollten, welchen Zusammenhang man zwischen körperlicher Bewegung und Gesundheit herstellen kann, haben sie insgesamt 340 SchülerInnen getestet. Die neun WissenschaftsschülerInnen haben bei dieser Testung assistiert. Immerhin wurden dabei ja auch pro Person 10 Tests durchgeführt.
Fahrräder im Klassenzimmer
„Im vergangenen Schuljahr haben wir die erste Phase des Projekts durchgeführt“, so Barbara Wessner. „Dabei haben wir den Status Quo erhoben.“ Im nächsten Jahr ist dann eine Intervention geplant – das Freifach „gesundheitsorientierte Bewegung“ wird eingeführt. Daran werden nur mehr zwei Klassen teilnehmen.
Eine Klasse davon wird zur Ergometerklasse – dazu wird das Klassenzimmer um sechs Fahrräder erweitert. Die SchülerInnen sollen dreimal die Woche eine Stunde während des Unterrichts Rad fahren. Zu Beginn des Schuljahres, mitten drin und am Ende des Programms werden gesundheitliche und Sport bezogene Tests gemacht. „Da bei den ersten Tests die Blutwerte schon bei einigen Schülern eher schlecht waren, wollen wir so herausfinden, ob und in welchem Ausmaß man auf diese Weise die Gesundheit verbessern kann“, erzählt Barbara Wessner.
Ganz besonders interessieren sich die Forscher auch für ein neues Messgerät, das ebenfalls zum Einsatz kommen wird. Der „Accelerometer“ wird eine Woche lang an der Hüfte getragen und zeichnet jede Bewegung auf. Damit haben die Wissenschafter endlich ein objektives Maß für das Ausmaß der täglichen körperlichen Aktivität. Bisher waren sie immer auf die Auskunftsfreudigkeit und Ehrlichkeit der Testpersonen angewiesen. Denn was für den einen „häufige“ Bewegung ist, ist für den anderen vielleicht „eher selten“.




