Böse Nüsse!
Für einen reinen Schokoladegenuss
Sabine Baumgartner hat Lebensmittel- und Biotechnologie an der Universität für Bodenkultur studiert. Seit ihrem Wechsel ans Institut für Agrarbiotechnologie Tulln beschäftigt sie sich mit Proteinanalytik. Derzeit leitet sie das Christian Doppler Pilotlabor für die Analytik allergener Lebensmittelkontaminanten.
Das ist besonders für Allergiker von großem Interesse. So gibt es etwa
bei der Schokoladenproduktion denselben Herstellungsweg von Schokolade mit Nüssen und von Schokolade ohne Nüsse. Das Team von Sabine Baumgartner arbeitet daran, Schnelltests zu entwickeln mit denen sofort nachgewiesen werden kann, in welcher Schokolade noch Rückstände von Nüssen enthalten sind. Die Entwicklungszeiten für diese Tests dauern zwei bis drei Jahre. Immerhin muss man mit Sicherheit sagen können, ob da noch Nussreste in der Schokolade vorhanden sind oder nicht. Ein Körper, der allergisch darauf reagiert, merkt den Unterschied garantiert.
In die Wissenschaft gestolpert
Dass Sabine Baumgartner heute als Wissenschafterin arbeitet, war nicht von langer Hand geplant: „Eigentlich war es Zufall. Ich ging zwar in ein naturwissenschaftliches Gymnasium, aber dort machte ich sehr viel Sport. Ich war recht gut in Sprachen und weniger an Naturwissenschaften interessiert. Über die Boku (Anm: Universität für Bodenkultur) bin ich gestolpert, weil ein älterer Schulkollege bereits dort studierte und mir die Uni zeigte. Sie hat mir recht gut gefallen. Lebensmittel- und Biotechnologie hat mich am meisten angesprochen.“
Auch während ihrer Diplomarbeit wusste Sabine Baumgartner noch nicht, dass sie eines Tages Wissenschafterin sein würde. Am Ende eines Studiums steht die Diplomarbeit und damit für viele zum ersten Mal die Arbeit als Wissenschafter. Nicht alle bewältigen das so locker: „Im ersten Moment an den ersten Tagen im Labor hatte ich Panik. Da steht man vor den Geräten und weiß, dass das irgendwas Hochtechnisches ist – wenn man da an einem Schrauben herumdreht ist es kaputt. Aber ich hatte gute Unterstützung. So war es mir möglich, meine Angst abzulegen.“
Hochleistungsflüssigkeitschromatografen
Und das Herumschrauben hat Sabine Baumgartner immer schon große Freude gemacht: „Wenn man einen Hochleistungsflüssigkeitschromatografen oder einen Gaschromatographen aufmachen und daran herumschrauben kann, ist das interessant. Ich habe gerne irgendwo herumgezangelt. Wenn ich nicht studiert hätte, wäre ich vielleicht Mechanikerin geworden.“
Heute ist sie froh darüber, Wissenschafterin zu sein: „Ich mache das, was mir Spaß macht. Ich kann mich mit Immunoanalytik beschäftigen. Das ist es auch, was tägliche Aufstehen in der Früh nicht mühsam macht.“ Als Laborleiterin sitzt Sabine Baumgartner mittlerweile leider viel am Schreibtisch und muss sich um organisatorische Belange kümmern. Das ist nicht immer so toll. Die Arbeit im Labor hat ihr mehr Freude bereitet. Aber wenn der Schreibtischstress zu viel wird, nimmt sie sich einen Tag „frei“ und geht wieder in „ihr“ Labor zurück.




