„Mathematik braucht Hingabe“
Leidenschaft für Mathematik
Dominique Wagner war bereits in ihrer Schulzeit sehr an den Naturwissenschaften interessiert. Deshalb hat sie ihr Studium auch gleich mit den Fächern Mathematik und Physik begonnen. Mit der Zeit kristallisierte sich allerdings deutlich ihre Leidenschaft für Mathematik heraus und die Physik geriet zunehmend aufs Abstellgleis.
Besonders wichtig ist für Dominique Wagner, dass man sich so richtig auf die Materie einlassen kann. Ihrer Meinung nach ist das auch der Grund, warum so viele Menschen Schwierigkeiten mit Mathematik haben: „Um die Mathematik verstehen zu können braucht man sicher viel Zeit und Hingabe. Das wichtigste ist aber, dass man sich überhaupt auf die Mathematik einlässt. Für die meisten Menschen ist Mathematik aber "ganz kompliziert". Davon lassen sich leider zu viele abschrecken.“
Auf ihre Studienzeit blickt sie gerne zurück: „Die Zeit des Studiums war für mich sicher eine der Schönsten in meinem Leben. Wenn man allerdings Mathematik studieren möchte, muss man sich darüber im Klaren sein, dass es nicht gerade das einfachste Studium ist und die Ausfallsquote sehr hoch ist. Geht man das Studium jedoch mit Selbstdisziplin und vor allem großen Interesse an, so ist es ein sehr faszinierendes Studium. Und anschließend bietet es auch viele unterschiedliche Berufsmöglichkeiten.“
Mathematik gegen Nebenwirkungen
Zurzeit arbeitet Dominique Wagner auf dem Gebiet der Algebraischen Geometrie. Hier wird die abstrakte Algebra mit der Geometrie verknüpft. Untersucht werden Nullstellenmengen von polynomialen Gleichungen - so genannte Algebraische Varietäten. Auch wenn das sehr abstrakt klingt, braucht man diese Forschungen für alltägliche Anwendungen. Bei
Robotern und Flugsimulatoren etwa sind diese Berechnungen wichtig.
Singularitäten stehen im Zentrum von Wagners Forschungen, weil sie meistens negative Auswirkungen auf technische Systeme haben. Wenn sich zum Beispiel ein Roboter in eine Singularität bewegt, so kann er brechen oder nicht mehr weiter steuerbar sein. Dann ist ein Totalausfall des Systems die Folge.
Mathematik mit Nebenwirkungen
Wer vorhat, hauptberuflich Mathematiker zu werden, muss sich allerdings darauf gefasst machen, dass dieser Job viele Nebenwirkungen hat. Die Auseinandersetzung mit den mathematischen Problemen hört nämlich nicht auf, wenn man das Büro verlässt, so Wagner: „Auch wenn ich am Nachmittag die Universität verlasse, heißt das nicht, dass ich das Nachdenken über die offenen Probleme und Fragestellungen bis zum nächsten Tag einstelle. Es ist eigentlich so, dass die Mathematik auch abseits des Büros noch weiter fesselt. Auch bei den meisten anderen Tätigkeiten wie etwa Spazieren gehen, beim Sport oder beim Fernsehen denkt man noch weiter darüber nach.“




