30.12.08 22:01

Flotte Bienen - Fiese Viren

Eine Gruppe von SchülerInnen hat sich im vergangenen Schuljahr mit einer Virusinfektion beschäftigt. Die Krankheit ist für Menschen ungefährlich, für Bienen jedoch tödlich. Um die Bienen testen zu können, musste von den SchülerInnen sogar erst noch ein Test entwickelt werden, der den Virus bei den Tieren nachweist.

Bienchen und Blümchen

Eine Gruppe von SchülerInnen des Gen- und Biotechnologie Teams der HLFS Ursprung hat sich eine mysteriöse Bienenkrankheit genauer angesehen. In Österreich sind bis heute noch keine Tiere daran erkrankt, in Amerika jedoch sterben unzählige der Insekten. Das tödliche Virus wird "Israeli Acute Bee Paralysis Virus" (IAPV) genannt.

Bevor die SchülerInnen loslegen konnten, wurden zahlreiche Informationsquellen angezapft. Mit Auskünften dienten die Organismische Fakultät in Salzburg, der Imkerhof Salzburg und die veterinärmedizinischen Universität Wien, die auch eingefrorene Vergleichsproben der Bienenviren zur Verfügung stellte.

Bienen sammeln

Anschließend schwärmten Schüler und Schülerinnen aus, um Proben von Bienenstöcken zu nehmen, die bei den Imkern als verdächtig bekannt waren. „Mich hat das Projekt von Anfang an sehr interessiert, da ich selber Bienen zu Hause habe. Ich konnte auch meine eigenen Bienen untersuchen, was auch für mich sehr interessant war“, so Anton Trockenbacher, der ebenfalls am Projekt mitgearbeitet hat.

Das Virus konnte jedoch nur nachgewiesen werden, nachdem dazu erstmals in Österreich ein Test von den SchülerInnen entwickelt wurde. Die Arbeit daran nahm mehrere Wochen in Anspruch. Erst als ein geeignetes „Rezept“ gefunden wurde, konnten die Bienen untersucht werden.

Dabei wurden die Insekten nicht nur auf IAPV sondern auch auf einheimische, verwandte Viren untersucht: Das "Acute Bee Paralysis Virus" (APV) und das "Deformed Wing Virus" (DWV). Keine der Bienen war mit IAPV infiziert, aber viele mit APV. Sensationell ist die Erkenntnis der jungen ForscherInnen, dass nur diejenigen Bienen mit APV infiziert waren, die gleichzeitig an einem Parasiten litten.

Parasiten von Bienen klauben

Um den Zusammenhang zwischen Milben und dem APV genauer zu erforschen, trennten die SchülerInnen in stundenlanger Feinarbeit mit Pinzette und Mikroskop die Parasiten von den Bienen. Erstaunlicherweise waren nur die Milben vom Virus betroffen, die vom Parasiten befreiten Bienen waren nicht befallen.

Die Arbeit im Labor hat am meisten Freude gemacht, so Markus Raxendorfer: „Abgesehen davon, dass mir das Thema voll taugt, finde ich es toll, dass wir als erste Österreicher einen Test für das IAPV entwickelt haben. Es ist immer ein Highlight für uns Schüler, dass wir so etwas erreichen. Das Projekt ist auch voll super geplant. Ebenfalls haben wir eine sehr tolle Gruppe und 2 coole Lehrer, das macht dann auch noch eine Menge Spaß.“

http://www.ursprung.at

 

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