17.12.08 15:21

Im Käfig

In einem Faradayschen Käfig ist man sogar vor dem Einschlag von Blitzen sicher. Andreas Windischhofer und Lukas Winiwarter haben einen solchen Käfig selbst gebaut und damit bei X-Netz 500 Euro gewonnen.

Geistesblitz – nicht abgeschirmt

Inspiriert wurden die beiden vierzehn Jahre alten Schüler, als sie sich eine Ausstellung von X Netz im Ringturm angeschaut haben. „Dort hat uns jemand einen Werbezettel in die Hand gedrückt“, so Andreas, „und Lukas hat sich dann lange Gedanken darüber gemacht und Ideen bekommen.“

Bei X Netz kann sich jeder beteiligen, der sich kreativ mit den Netzten auseinandersetzt, die es in unserer Welt gibt. Lukas und Andreas wurden durch die Netze in Mikrowellenherden inspiriert und sind so auf die Idee zur Konstruktion eines Faradayschen Käfigs gekommen.

Ein solcher Käfig ist eine Hülle, die aus einem elektrischen Leiter, wie Draht oder Blech geformt wird. Entscheidend ist, dass der Käfig auch unten und oben geschlossen ist. Der Innenraum wird so von äußeren elektrischen Feldern oder elektromagnetischen Wellen abgeschirmt – allerdings nur bei tiefen Frequenzen.

De-Motivation

Der Käfig von Andreas und Lukas ist teilweise blau lackiert und besteht aus Eisen. Beim Zuschneiden der Eisenstangen hat Andreas’ Vater geholfen. Alles andere haben sie selbst gebaut. Insgesamt hat’s von Februar bis Juni gedauert, bis der Käfig fertig war. Zeit dafür gab es meist nur am Wochenende – außerhalb der Schulzeiten. Andreas berichtet von den Höhen und Tiefen in diesen fünf Monaten: „Dazwischen hat es schon immer wieder Phasen gegeben, wo wir gedacht haben, wir müssen alles neu machen und es ist alles umsonst gewesen. Aber wenn’s dann geklappt hat, haben wir uns sehr gefreut!“

Die notwendigen Infos fanden die beiden naturwissenschaftlich- Interessierten im Internet, in Büchern und manchmal half auch der eine oder andere Lehrer mit Infos aus. Im Innern eines idealen Faradayschen Käfigs ist kein Funkempfang (Radio, Mobilfunk) möglich. Und schlägt ein Blitz in einen Faradayschen Käfig ein – wie zum Beispiel in ein Auto oder ein Flugzeug – kann den Personen drinnen nichts passieren. Andreas und Lukas haben das mit einem Radio im Käfig getestet.

Als der Käfig fertig war und die Beiden bei X Netz sogar ausgezeichnet werden sollten, kam das nächste Problem auf die jungen Tüftler zu. „Wir haben extrem gezittert und waren sehr nervös, kurz bevor wir was sagen sollten. Aber als es dann soweit war, ist das mit dem Reden eigentlich gut gegangen“. Im Großen und Ganzen hat’s den beiden so viel Freude gemacht, dass sie sogar planen, bald wieder an einem Wettbewerb teilzunehmen. Was sie mit dem Preisgeld anstellen wollen - „Sparen und sich hin und wieder etwas Gutes gönnen!“

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