18.06.09 11:17

"Selbst denken müssen..."

Philipp Huber, 17, besucht die dritte Klasse der HTL Fulpmes. Gemeinsam mit seien Klassenkollegen arbeitet er am Thermal Control System des „Aouda Suits“, einem Raumanzug mit dem  künftige Marsmissionen vorbereitet werden sollen.

HTL Fulpmes goes Mars

Der „Aouda Suit“ ist kein echter Raumanzug, sondern ein so genannter Analog-Raumanzug. Damit soll eine Reise zum Mars möglichst realistisch vorbereitet werden. Der Anzug ist 45 kg schwer und kann so einiges: Er hat eine thermoelektrische Kühlung, eine Breitband-Wireless-Kommunikation, ein Mensch-Maschine-Interface mit Gestik- und Sprachsteuerung und voller medizinischer Telemetrie. Der Anzug kann mehrere Stunden am Stück in der Wüste bei bis zu +50°C aber auch in der Arktis bei -25°C eingesetzt werden. Der Aouda Suit simuliert außerdem mit einem speziellen Exo-Skelett alle Einschränkungen, die ein echter Raumanzug auf dem Mars bieten würde. So können optimale Trainingsbedingungen geschaffen werden.

Pilipp war nach einem Vortrag von Gernot Grömer vom Österreichischen Weltraumforum (ÖWF) so begeistert vom Projekt, dass er und seine Schulkollegen unbedingt mitarbeiten wollten: „Wir waren auch gleich Feuer und Flamme und wollten mitmachen. Da hat’s dann zuerst geheißen, da gibt’s nichts mehr für uns. Aber jetzt machen wir das Kühlungssystem des Anzugs“, erzählt er.

Thermal Control System

Da es sich hier um ein außerschulisches Projekt handelt, müssen sich die jungen Leute alles in der Freizeit unterbringen. Das ist deshalb schwierig, weil der Schulalltag Zeit und Energie kostet, wie Philipp berichtet: „Jetzt haben wir für die Schule selbst auch ein großes Projekt laufen. Da sind wir für zwei Projekte eingespannt. Aber dann kommen wieder Ergebnisse. Es taugt uns allen noch.“ Außerdem dauert es nicht mehr so lange: Ende Juni soll das Projekt abgeschlossen sein.

Was genau ist die Aufgabe von Philipp und seinem Team? Der Anzug ist für die Mission Polares konzipiert – für eine Forschungsexpedition in der Arktis, erzählt Philipp: „Der Anzug selbst ist so konzipiert dass der Stoff von außen keine Kälte einlässt. Aber von innen kommt auch nichts raus. Wir versuchen, über ein Thermal Control System die Wärme abzuführen. Da mussten wir uns ein System einfallen lassen, wie man das mit Hilfe von Wasserschläuchen, die über den Körper geleitet werden, lösen. Da müssen der Wasserkreislauf und die Frischluftversorgung funktionieren. Das hat uns viel Zeit gekostet, weil wir ja davon auch nicht soviel Ahnung haben. Wir haben das alles in Eigenregie entwickelt. Und das ist echt cool.“

Spannende Leute treffen

Das ist im Prinzip das Gegenteil von dem was in der Schule so passiert – Da gibt es Aufgabenstellungen, die abgearbeitet werden müssen. Bei dem Projekt dürfen Philipp und seine Kollegen ihre eigenen Ideen einbringen und ausprobieren. „Selbst denken müssen ist nicht das blödeste“, sagt Philipp dazu etwas lakonisch.

Außerdem hat Philipp so die Möglichkeit, Wissenschafter kennen zu lernen: „Es taugt uns, dass wir mit Menschen in Kontakt kommen, die davon echt Ahnung haben. Anfang April war ein Event mit dem ORF, bei dem ein Versuchssystem vorgestellt wurde. Da war ein Wissenschafter dabei, der sein Leben lang Raumanzüge für die ESA gemacht hat. Der hat wirklich eine Ahnung von dem, was er zählt. Es ist für mich wirklich sehr interessant, wenn solche Leute aus ihrem Leben erzählen.“

http://www.oewf.org/cms/index.phtml

http://www.htl-fulpmes.ac.at/

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