06.05.09 16:16

Unimpressed by Science

SchülerInnen des BG Leibnitz verlegen den Unterricht an die Uni. Das offene Labor Graz an der Karl-Franzens-Universität macht es SchülerInnen so möglich, einen Einblick in Unialltag und Forschung zu bekommen.

Das Klassenzimmer im Labor

30 Schüler und Schülerinnen der achten Klasse des BG Leibnitz nahmen an dem Projekt teil und betrieben unter Anleitung erfahrener Wissenschafter selbst Forschung. „Unimpressed by Science“ nennt sich das steirische Pilotprojekt, bei dem die Leibnitzer Schule und das Mitmach-Labor der Uni Graz zusammenarbeiten. „Wissenschaft soll inspirieren, nicht einfach nur beeindrucken und Ehrfurcht einflößen“, erklärt Helmut Jungwirth, wissenschaftlicher Leiter des Offenen Labor Graz, den Titel des Projekts. Ziel der Initiative beschreibt Mag. Werner Gaggl vom BG/BRG Leibnitz: „Wir wollen dazu beitragen, selbstständiges Lernen im Schulunterricht weiterzuentwickeln und den Lehrstoff auf den aktuellen Stand in den Biowissenschaften zu bringen.“

Im Zuge des Biologie- und Chemie-Unterrichts wurde das Klassenzimmer zum Teil ins Labor verlegt. Das Projekt hat schon im September begonnen. Lehrer aus dem BG Leibnitz haben dafür Kontakt mit Helmut Jungwirth aufgenommen. „Unsere Lehrer wollten, dass wir regional mit der Uni zusammenarbeiten, um ein Gefühl zu kriegen, wie’s an den Uni so läuft“, erzählt Mattias Schönberger, 17, der am Projekt beteiligt war.

Nicht so easy wie im Fernseher

Die SchülerInnen haben in Gruppen an Experimenten gearbeitet und versucht, DNA zu isolieren. „Wir haben als Forschungsthema „DNA“ gehabt. Im offenen Labor haben wir versucht, aus den Haarwurzeln oder dem Mundspeichel DNA zu isolieren. Es ging dann darum, wie man sie zerschneiden oder vervielfältigen und wie man damit arbeiten kann. Dafür hatten wir zwei Tage Zeit“ so Mattias. Geklappt hat es dann erst am zweiten Tag. DNA zu isolieren ist eben nicht so einfach wie’s im Fernsehen immer wieder mal dargestellt wird.

Unterstützung gab’s an der Uni genug, erzählt der Schüler: „Der Zugang an der Uni ist sehr offen. Man wird nicht von oben herab behandelt. Die Forscher haben wirklich versucht, mit uns zusammen zu arbeiten. Wir durften auch vieles selbst machen. Die Wissenschafter waren dann nur dabei uns haben uns beaufsichtigt und uns Sachen erklärt.“

Mach mit!

Vorbereitet wurden die SchülerInnen durch Kurzvorträge von den Professoren. „Ich würde das Projekt auf jeden Fall empfehlen. Es ist sehr interessant, wenn man als Schüler einen Einblick in die Uni bekommt. Da kann man sich anschauen, wie dort gearbeitet wird und die Ausstattung in den Labors ist echt beeindruckend“, stellt Mattias abschließend begeistert fest.

Das Pilotprojekt geht nun mit der Maturavorbereitung der 30 Jugendlichen in die Zielgerade. Auf Basis der gewonnenen Erfahrungen könnte „Unimpressed by Science“ künftig, so Jungwirth, in den Biologie- und Chemie-Unterricht als fixes Modul integriert werden.

www.offeneslaborgraz.at  

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