„Was man sich vorstellen kann, schafft man auch!“
Haltung bewahren
Rückenschmerzen gelten als Volkskrankheit. Auch die Anzahl von Schulkindern mit Haltungsschäden stieg in den letzen Jahren rapide an. Eine schnelle und einfache Untersuchung wäre da fein. Mit der neuen Erfindung ist es nun möglich, sich schnell ein Bild von der Wirbelsäule zu machen, ohne den Körper durch Röntgenstrahlung zu belasten.
Ein interdisziplinäres Team der Fachhochschule St. Pölten arbeitete zwei
Jahre lang an dem Projekt „Taktile Wirbelsäulenvermessung“. Das Gerät funktioniert mit Hilfe eines Vermessungsapparates, der die Wirbelsäule abtastet und einer Computersoftware, die die Daten bildlich umwandelt. Markus Gusenbauer war von Anfang an mit dabei. Im Laufe der Zeit nahm das Projekt immer mehr Aufmerksamkeit in Anspruch: „Im 8. Semester habe ich das Projekt dann alleine als Diplomarbeit weitergeführt. Meine Aufgabe bestand darin, einen Tastkopf zu entwickeln, der auch eine seitlich Krümmung der Wirbelsäule – eine Skoliose - abbilden kann. Was auch sehr gut gelungen ist, “ freut sich Markus.
Vom Wein zur Computersimulation
Ursprünglich hat Markus Gusenbauer die Vino-HAK in Krems besucht. Diese wurde ab der dritten Klasse zu einer Notebookklasse. Damals begann Markus’ Faszination für technische Geräte und deren Anwendungsmöglichkeiten. Den Studiengang Computersimulation lernte er bei einem Tag der offenen Tür kennen. Dort war er von den Vorführungen der Projekte und dem kleinen Roboter, den man sehen konnte, so begeistert, dass es sich schließlich dafür entschied.
Darauf folgten einige Hindernisse: „Es war eine harte Zeit für mich. Besonders mit Mathematik, Physik, Elektrotechnik und den Programmiersprachen hatte ich manchmal Probleme, da ich ja aus einer nicht-technischen Schulrichtung kam. Es war aber hundertprozentig richtig, sich da durchzukämpfen, weil es danach immer interessanter wurde. Wir konnten uns später immer wieder laufend an spannenden Projekten betätigen.“
Den Weg kennen
Vor dem Studium wurde Markus von einigen Leuten davon abgeraten, den Lehrgang zu besuchen, weil dieser angeblich zu schwierig sei. „Dazu kann ich nur sagen, wenn man sich etwas vorstellen kann, schafft man das auch. Ich habe mir damals das Ziel gesetzt, dieses Studium zu machen. Und jetzt bin ich Dipl.-Ing. mit ausgezeichnetem Erfolg. Hat perfekt funktioniert! Vielleicht noch kurz mein derzeitiger Lieblingsspruch: „Wenn du nicht weißt, wohin du gehst, wirst du vermutlich woanders landen.“
Die Anmeldung zum Patent des Gerätes wurde bereits eingereicht. Jetzt dauert es noch einige Zeit, bis die Prüfung abgeschlossen ist. Derzeit werden Kontakte zu Firmen geknüpft, die sich für eine Weiterentwicklung oder für die Finanzierung der Produktion interessieren. Ziel ist dabei, dass viele Kinder und junge Menschen schnell untersucht werden können, um Haltungsschäden schon früh entgegenwirken zu können.




