Käferflügelsessel
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Die drei jungen Erfinder Alexander Masser (21), Armin Steinkasserer (21) und Martin Zimmermann (23) und haben das einjährige Projekt vor kurzem abgeschlossen. Die Sache kam sie im wahrsten Sinn des Wortes recht teuer, weil sie alles selbst finanzieren mussten. Über vierhundert Materialien wurden getestet und insgesamt gingen dabei etwa 6.000 Euro drauf.
Von Anfang an
Begonnen hat alles mit dem Bionikprojekt an der HTL-Villach. Bionik lehrt, wie sich die Technik von der Natur etwas abschauen kann, schafft also eine Verbindung von Biologie und Technik. Dabei geht es zuerst darum, die Natur genau zu beobachten, um das Prinzip von Funktionsweisen ausreichend verstehen zu können. Erst wenn dieses Verständnis gegeben ist, lässt sich davon etwas sinnvoll umsetzen.
Alexander, Armin und Martin haben das Kolleg für Innenraumgestaltung und Möbeldesign besucht. Als dann ein Diplomarbeitsthema gefunden werden musste, war klar, dass sie gerne ein Möbelstück entwerfen würden, so Martin. Es sollte etwas Innovatives haben – es sollte faltbar sein. In Erinnerung an die Bioniklehrveranstaltung orientierten sie sich schließlich an der Konstruktionsweise von Käferflügeln. Diese lassen sich knicken und falten und sind dennoch stabil. Allein – die Umsetzung dieser Idee war nicht ganz so einfach wie gedacht. Zuerst einmal wurde eine ganze Nacht hindurch gefaltet, was das Zeug hilelt. Und als es dann mit dem Papier klappte, musste ein Material gefunden werden, auf dem ein Erwachsener sitzen kann.
Einteiler
Die Suche nach dem Material gestaltete sich sehr schwierig, da es eine enorme Zugbelastung aushalten sollte. Über vierhundert solcher Stoffe wurden getestet. Schließlich erwies sich Dyneema als geeignet. Das ist eine hochfeste Polyethylen-Faser, die sehr stabil ist. Das Käferdesign wurde in der Umsetzung dann immer weiter an die Ergonomie des Menschen angepasst – wie man an dem Bild gut erkennen kann.
Der Stuhl besteht, wenn er gefaltet ist, aus nur einem Stück und weist weder Schrauben, Dübel noch irgendwelche anderen Verbindungselemente auf. Wenn das Möbel nicht gefaltet ist, könnte man 200 davon übereinander stapeln und der Stapel wäre dennoch nur zwei Meter hoch.
Jetzt suchen die drei Erfinder nach Investoren, weil sie ihr Produkt gerne weiterentwickeln und verkaufen würden. Martin wird im Herbst beginnen, Architektur zu studieren, und Armin in einem Planungsbüro arbeiten. Die gemeinsame Arbeit an ihrer Erfindung wird sie aber auch in Zukunft zusammenhalten, bisher hat die Zusammenarbeit sehr gut geklappt.
Kontakt: faltmoebel@yahoo.de

Nach einer langen Nacht, in der drei Schüler stundenlang Papier gefaltet haben, ist jetzt ein Sessel entstanden, den man nur zusammenfalten muss. Einfach war's nicht: Die drei Absolventen der HTL Villach haben ein Jahr lang an ihrer Diplomarbeit gearbeitet. Am 24. und 25. September haben sie ihre Erfindung bei einer Fachtagung zum Thema Bionik im Tiergarten Schönbrunn vorgestellt. 

